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Mehr Hamburger Westen

Wie die Stadtteile wieder zusammenwachsen

 

Luftbild Hamburger Westen
(picture: BSU)

 
Eine einmalige Chance: Durch die Überdeckelung der A 7 kann die Hansestadt Hamburg historisch gewachsene Verbindungen im Westen wiederbeleben. Der Bau der Autobahn und des neuen Elbtunnels in den 1970er-Jahren zerschnitt die Altonaer und Eimsbütteler Stadtteile von Othmarschen bis zur Landesgrenze. 

Zusammenwachsen können die Stadtteile dort, wo ein Deckel vorgesehen wird. Weitreichende Entwicklungsmöglichkeiten nach dem Bau des Autobahndeckels sind im Bereich Bahrenfeld gegeben. Zwischen den alten Siedlungsgebieten des ehemaligen Dorfes Bahrenfeld im Nordwesten der vormals selbstständigen Stadt Altona und dem Altonaer Volkspark liegt ein breiter Gürtel von Kleingärten sowie die Trabrennbahn Bahrenfeld.

Der in den 1920er-Jahren geschaffene Volkspark war für die junge Stadt direkt im Westen Hamburgs ein städtebaulich bedeutendes Element, etwa vergleichbar mit dem Hamburger Stadtpark. Das ursprüngliche Stadtzentrum im Bereich des heutigen Fischmarkts lag so beengt zwischen Elbe und Hamburg, dass eine Siedlungsentwicklung nur nach Nordwesten möglich war. 

Da es im innerstädtischen Bereich an Parkflächen mangelte, wurde der Volkspark im Nordwesten angelegt. Mit einer Fläche von über 200 Hektar ist er das grüne Herz Altonas.

Es kam jedoch nicht zur geplanten Bebauung an den Rändern des Parks. Zum einen, da die Stadtentwicklung sich nach dem zweiten Weltkrieg auf andere Gebiete konzentrierte, zum anderen, weil durch die A 7 der Lärmpegel in den letzten Jahrzehnten ständig gestiegen war.

Durch das Schließen der städtebaulichen Wunden steht nach Fertigstellung des Deckels der gesamte südliche Parkrand wieder für eine Bebauung zur Verfügung: Die Stadt Hamburg verwirklicht damit den Grünzug, den der damalige Bausenator Gustav Oelsner bereits in den 1920er-Jahren geplant hatte.

Rahmenplan Bahrenfeld Nord

Die künftige Überdeckelung der A7 in Altona befreit die angrenzenden Gebiete vom Lärm der Autobahn, schafft einen Grünzug vom Volkspark bis zur Elbe, vernetzt die zerschnittenen Grünflächen und ermöglicht den Umzug von Kleingärten und Grünflächen auf den Deckel. Damit eröffnet sich die Chance, in Bahrenfeld-Nord, zwischen Trabrennbahn und Holstenkamp, einen neuen Stadtteil zu entwickeln mit dringend benötigten Wohnungen und neu gestalteten Grün- und Freiflächen.

Der Entwurf des Rahmenplanes zeigt, wie sich das ca. 130 Hektar große Areal in den nächsten Jahren entwickeln soll. In dem neuen Wohngebiet am Volkspark werden auf der Hälfte der Fläche ca. 1500 Wohnungen entstehen, die in Quartiere mit 80 bis 120 Wohnungen in Geschoss- und Reihenhausbebauung gegliedert werden und hohe Wohnqualität haben sollen. Die Quartiere werden durch Parks und Grünflächen eingefasst und gegliedert. Sowohl der zurzeit durch die A7 zerschnittene Lutherpark wie auch der südlich gelegene Bonnepark werden durch den Altonaer Deckel wieder zu zusammenhängenden Parkanlagen verknüpft.

Der Altonaer Volkspark soll besser mit den benachbarten Stadtteilen verbunden werden, damit er zukünftig von der Luruper Chaussee aus besser wahrnehmbar und erreichbar ist. Die historischen Achsen des Volksparks werden durch Alleen neu gestaltet und ergänzt. Eine neue Haupterschließungsstraße für maximal 15.000 Autos pro Tag wird von der Schnackenburgallee bis zur Einmündung der Ebertallee in die Luruper Chaussee, so genannter Ebertplatz, führen. Die zweispurige  Straße mit beidseitigen einen Rad- und Fußwegen nimmt Verkehr aus den neuen Wohngebieten auf und entlastet das bestehende Straßennetz. Schleich- und Abkürzungsverkehr in den jetzigen und neuen Wohnquartieren wird unterbunden.

Der Entwurf für Bahrenfeld-Nord stellt erste Überlegungen an, wie die künftige Bebauung, ihre Verkehrserschließung sowie Grün- und Landschaftsräume gestaltet werden könnten. Es handelt sich um einen informellen Plan, der rechtlich nicht bindend ist und die Grundlage für die nächsten Planungsschritte bildet, wie Wettbewerbe und Bebauungsplanverfahren. Der Plan wird mit den Bürgerinnen und Bürgern öffentlich diskutiert, bevor weitere Schritte folgen. Hierzu lädt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) mit dem Bezirksamt Altona am 18. April 2012 zu einer Informationsveranstaltung ein.

Entwurf Rahmenplan Bahrenfeld-Nord: Wohnen am Volkspark mit neuen Parks und Grünzügen Entwurf Rahmenplan Bahrenfeld-Nord: Wohnen am Volkspark mit neuen Parks und Grünzügen

(BSU)

Rahmenplan Bahrenfeld-Nord - Entwurf Rahmenplan Bahrenfeld-Nord – Entwurf

(BSU)

                                                                                                      

Rahmenplan Bahrenfeld-Nord - Erschließungskonzept Rahmenplan Bahrenfeld-Nord – Erschließungskonzept

(BSU)